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01/21/2022

Black Culture: Das sind die 10 besten Schwarzen Sitcoms!

Diese Serien geben geistreichen Einblick in Black Culture und sorgen dabei für unterhaltsames Lachmuskel-Training.

von Manuel Simbürger

Auch wenn wir im europäischen Raum das Gefühl haben, dass die Sitcom-Landschaft großteils Weiß ist, so gehören Schwarze Sitcoms (also Comedy-Serien mit einem – manchmal beinahe – ausschließlich Schwarzen Cast) zu den einflussreichsten und auch erfolgreichsten Vertretern dieses Genres. 

Viele dieser Vertreter haben es nie in den deutschsprachigen Raum geschafft und sind auch auf Streamingplattformen nicht erhältlich. Das ist schade, denn Schwarze Sitcoms sind bekannt dafür, dramaturgisch mutiger und ausgefallener zu sein als viele ihrer "Weißen Pendants", zudem sorgen sie natürlich für öffentliche Sichtbarkeit und Repräsentation, die für jede einzelne Gesellschaftsgruppe wichtig ist, um sich dazugehörig fühlen zu können. Und sie erweitern den Horizont von anderen Gesellschaftsgruppen.

Schwarze Sitcoms tauchen authentisch in die Black Culture ein, überwinden Barrieren unterschiedlichster Art und bestechen durch einen Mix aus Tiefgründigkeit und klugem Humor.

Apropos Humor: Sie zünden oftmals eine Art von Gag-Feuerwerk, das nicht nur in der die TV-Welt leider dominierenden Weißen, sondern auch in anderen Communities zündet und letztlich in kunterbunten Farben und Formen explodiert. Und sie zeigen, dass auch die Black Community vielschichtig und divers ist.  

Die 10 besten Sitcoms mit Schwarzen DarstellerInnen:

Der Prinz von Bel-Air (1990-1996)

Kein Nineties-Kid, das den ikonischen Intro-Song der Kult-Sitcom mit Will Smith nicht kennt. Die NBC-Serie katapultierte den damals 22-Jährigen schlagartig in die A-Liga Hollywoods und war das Sprungbrett für eine erfolgreiche Kinokarriere, die bis heute anhält.

"Der Prinz von Bel-Air" basiert lose auf Smiths Leben und erzählt vom (halb-)fiktiven Will, der von Philadelphia zu seinen noblen Verwandten nach Bel-Air zieht und deren Leben gehörig durcheinander wirbelt. Trotz leicht verdaulichem Humor behandelt die Serie auch komplexe Themen wie die Ehe zwischen Weiß und Schwarz oder Gender-Stereotypen. 

"Der Prinz von Bel-Air" gibt es auf Amazon Prime zu kaufen. Hier geht's zur Serie!

Harlem (seit 2021)

Vier New Yorker Freundinnen bewältigen gemeinsam den (stylishen) Alltag und setzen sich mit Schwarzer Kultur, Empowerment, aber natürlich auch Liebe und Sex auseinander. Sogar Whoopi Goldberg schaut hier und da vorbei.

Das ist sehr lustig, sehr modern, aber auch sehr nuanciert und nachdenklich. Erinnert zwar an "Sex and the City", aber wieso "Harlem" die bessere Serie ist, lest ihr hier.

"Harlem" ist auf Amazon Prime Video zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Black-ish (seit 2014)

Im Mittelpunkt steht die wohlhabende Familie Johnson, die in einer Nobelgegend wohnt, in der vor allem Weiße Personen leben. Also setzen Papa und Mama (genial: Tracee Ellis Ross) alles daran, um ihren KIds etwas über Black Culture und deren Wurzeln beizubringen. 

"Black-ish" ist der würdige Nachfolger von Schwarzen Familien-Sitcoms wie "Die Cosby Show" oder "Alle unter einem Dach", die in den Neunzigern extrem erfolgreich waren. Im Verlauf der Serie werden die Storylines etwas ernster und setzen sich auch mit Rassismus, der #BlackLivesMatter-Bewegung oder auch Scheidung auseinander. Der liebenswert-kluge Humor geht aber auch in späteren Staffeln nicht verloren.

"Black-ish" ist auf Disney+ und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zur Serie!

grown-ish (seit 2018)

Die Spin-off-Serie von "black-ish" folgt dem Leber der ältesten Johnson-Tochter Zoe am College. Klar, dass die Sitcom etwas jünger daherkommt als das Original und sich auch Themen annimmt, die vor allem die Zielgruppe ansprechen, wie beispielsweise Erwachsenwerden, Liebeskummer oder Social Media. Das Identifikationspotenzial ist hoch, die Gag-Dichte ebenso.

"grown-ish" ist auf Disney+ zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

mixed-ish (2019-2021)

Das zweite "black-ish"-Spin-off kam zwar über zwei Staffeln nicht hinaus, hineinschauen lohnt sich aber trotzdem: Wir tauchen tief ein in die Backstory von Mama Bow, der besten Figur der Originalserie. Bow erzählt von ihrer Kindheit und ihren Erfahrungen darüber, in einer Schwarz-Weiß-gemischten Familie in den 1980ern aufzuwachsen. Wenn man weder so recht der einen noch der anderen Community angehört, kann die Selbstfindung zum (skurrilen) Kraftakt werden ...

Quirlig, aber auch bissig, mit einer bravourösen Hauptdarstellerin.

"mixed-ish" ist auf Disney+ zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Atlanta (seit 2016)

Earnest "Earn" Marks (sehenswert: Donald Glover) ist ein Einzelgänger und weiß mit seinem Leben nicht so recht etwas anzufangen. Sein Studium an der Princeton-Uni schmiss er hin, nun lässt er die Tage bei seiner Mama oder seiner Freundin an sich vorüberziehen. Eigentlich hat er eine Tochter, aber die Beziehung zu deren Mutter ist in die Brüche gegangen. Da kommt ihm die Idee, als Manager seines rappenden Cousins zum großen Reichtum zu gelangen ...

Preisgekrönter Mix aus Drama und Comedy, der stark auf Authentizität setzt. 

"Atlanta" ist auf Disney+ und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zur Serie!

Alle unter einem Dach (1989-1998)

Eigentlich stand ja die Familie Winslow im Fokus dieser liebenswürdigen, die Moral brav hochhaltenden Family-Sitcom, aber seien wir ehrlich: Wir alle schalteten vor allem ein, um dem schrägen Nachbarn Urkel beim Unsinn-Machen und Chaos-Verbreiten zuzusehen. Jaleel White war in dieser Rolle eine Naturgewalt und verhalf der Serie zu großer Popularität in den Neunzigern.

Ähnlich wie in "Full House" werden hier sämtliche Probleme innerhalb 30 Minuten und mit einer Umarmung gelöst, auch wenn "Alle unter einem Dach" immer wieder Mut zu frechen Gags und ausgefallenen Storylines zeigte. Die Feel-Good-Nostalgie-Kelle ist groß – und deshalb lieben wir die Serie auch heute noch!

"Alle unter einem Dach" gibt es auf Amazon Prime zu kaufen. Hier geht's zur Serie!

Insecure (2016-2021)

Ähnlich wie "Harlem" folgt auch diese Serie zwei Freundinnen, die sich aber diesmal im Los Angeles dem Leben mit all seiner Komplexität und seinem Irrsinn stellen. Humorige und dramatische Storylines wechseln sich angenehm ab, ein paar universelle Lebensweisheiten hat die Serie auch parat – und einen genialen Soundtrack!

War bereits öfter für den Golden Globe und den Emmy nominiert. 

"Insecure" ist auf Sky X und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zur Serie!

#blackAF (seit 2020)

Die Sitcom von "black-ish"-Schöpfer Kenya Barris gewährt einen Blick hinter die Kulissen, der den chaotischen, ungefilterten und oft witzigen Alltag einer neureichen Schwarzen Familie offenbart, die in einer modernen Welt alles richtig machen will. In einer Welt, in der es das Konzept von "Richtig" aber gar nicht mehr gibt ... Schräg, herrlich respektlos und unglaublich ehrlich. 

"#blackAF" ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Dear White People (2017-2021)

Die Dramedy basiert auf dem gleichnamigen Film aus 2014 und erzählt in satirischen Tönen vom Kampf Schwarzer StudentInnen gegen Rassismus und das Weiße Patriarchat. Das ist flott, subversiv und scharfsinnig, vor allem aber augenöffnend und nachdenklich machend. Manche der Gags bleiben im Halse stecken – und genau so soll es auch sein! Der Cast ist zum Niederknien gut.

"Dear White People" ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

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