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08/02/2022

Viva España: Die 12 besten spanischen Serien

Leidenschaftlich, mutig, spannend, gefühlvoll: Serien aus Spanien sind so vielfältig und lebendig wie das Land selbst.

von Manuel Simbürger

Spätestens seit dem internationalen Mega-Erfolg "Haus des Geldes" wissen wir: Spanien ist das europäische Hollywood, zumindest, was die Serien-Landschaft betrifft. Spanische Serien stehen jenen aus der Traumfabrik um nichts nach, im Gegenteil: "Made in Spain", das bedeutet bei einer Serie so viel wie: Heißblütig, gefühlvoll, düster, aber auch mutig, tabubrechend, innovativ und natürlich sehr, sehr spannend.

Insbesondere Netflix hat den spanischen Serien-Markt für sich entdeckt und kauft dort ein, was nur geht – von der sexy Teen-Thriiler-Serie ("Èlite") über das historische Feministinnen-Drama ("Die Telefonistinnen") bis hin zum Luxusdampfer-Krimi ("High Seas") und der Fußball-Comedy ("Club de Cuervos"). Netflix und die ganze (Serien-)Welt ist im Spanien-Fieber und scheint einfach nicht genug von südländisch-überbordenden Gefühlen zu bekommen.
 

Insgesamt haben wir bei unserer Recherche sage und schreibe rund 40 (!) spanische Serien am roten Streaming-Portal gefunden (Doku- und Reality-Serien nicht mit einberechnet) – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht! Auch aktuell befindet sich in den Netflix-Top-10 eine Serie aus dem Land der Tapas: "Alba" ist ein Vergewaltigungs-Drama, das aber leider viel zu sehr Potenzial verschenkt, als dass es wirklich unter die Haut gehen dürfe. Auch Spanien darf mal danebenhauen, was Serien-Unterhaltung betrifft.

Doch auch am spanischen Serien-Markt gilt: Quantität ist nicht immer gleich Qualität. Deshalb haben wir für euch die 12 besten spanischen Serien herausgesucht:

Die Telefonistinnen (2017-2020)

Lidia, Marga, Carlota und Ángeles arbeiten als Telefonistinnen im Madrid des Jahres 1928. Der damals als modern geltende und beliebte Job stellt die vier aus völlig unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammenden Frauen nicht nur vor technische Herausforderungen, sondern sie werden auch mit Sexismus und politischen Intrigen konfrontiert. Eifersucht, Neid, Verrat, der Hunger nach Erfolg, Freundschaft und Liebe bestimmen ihren Alltag.

In einer männlich dominierten und durch und durch archaischen Gesellschaft und vor dem Hintergrund des historischen Spaniens kämpfen die vier selbstbewussten Damen um eine eigene Stimme – auch abseits des Telefons. Frauenpower á la Spanien, die uns mühelos in eine längst vergangene Zeit versetzt. 

Ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Sky Rojo (seit 2021)

Man fühlt sich an Quentin Tarantino, Robert Rodriguez oder den älteren Schmuddel-König Russ Meyer ("Faster Pussycat! Kill! Kill!") erinnert, wenn hier – ästhetisch ansprechend in Szene gesetzt – drei starke Frauen zu den Waffen greifen. Hauptfiguren sind nämlich die Prostituierten Coral, Gina und Wendy, die nichts mehr mit ihrem brutalen Zuhälter Romeo zu tun haben wollen. Doch der Macho denkt nicht daran, seine Geldbeschafferinnen einfach ziehen zu lassen – also kommt es zu einem blutigen Kräftemessen ...

Inszeniert von "Haus des Geldes"-Regisseur Álex Pina, das Action-Eldorado ist ähnlich groß, die Verschnaufpausen ähnlich gering. Ein Serie wie ein gezielter Faustschlag und heftiger Wutausbruch – aber gekonnt garniert mit schwarzem Humor. Ein Rauch, den man erlebt haben sollte.

Ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Haus des Geldes (2017-2021)

Noch nie waren BankräuberInnen so begehrt: "Haus des Geldes" ist nicht nur die erfolgreichste spanische Serie aller Zeiten, sondern auf Netflix auch die meistgesehene nicht-englischsprachige Serie, die bereits mit mehrfach prämiert wurde, unter anderem mit einem Emmy als beste Dramaserie.

Absolut zu Recht: Das Heist-Konzept wird gekonnt mit packendem Kammerspiel und Action-Kracher gekreuzt und hebt das "Räuber und Gendarm"-Spiel auf ein neues Level. Die Action fegt mit der Wucht eines Tsunamis über uns hinweg, aber auch perfide Psychoduelle kratzen gehörig am Nervenkostüm. "Haus des Geldes" erlaubt sich den Hang zum Unkontrollierbaren und zur Telenovela-Dramatik, zwischendurch kommt auch eine Spur von tiefgreifender Charakterstudie auf. Das beste Räuber-und-Gendarm-Spiel der Zehner-Jahre.

Ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Kein Friede den Toten (2021)

Als Mat guten Willens eines Nachts einen Streit auflösen will, endet dies in einem Totschlag. Neun Jahre später ist er aus dem Gefängnis frei und versucht, mit seiner Frau Olivia ein neues Leben aufzubauen – als Anwalt in der Kanzlei seines Bruders. Wie das Leben so spielt, wird er erneut in einen Mordfall verstrickt und einmal mehr seine Unschuld infrage gestellt ...

Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Harlan Coben und perfekt für alle, die eine spannende Thriller-Geschichte mit unerwarteten Wendungen suchen – und ein kurzweiliges Guilty-Pleasure-Erlebnis!

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Grand Hotel (2011-2013)

Anfang des 20. Jahrhunderts: Das luxuriöse Grand Hotel in Spanien ist das Refugium der Adeligen, Reichen und somit Mächtigen der Welt. Doch wenn die High Society im Hotel absteigt, bringen sie nicht nur Designer-Koffer, sondern auch Rucksäcke ganz anderer Art mit: Geheimnisse und Intrigen aller Art sind bei den GästInnen an der Tagesordnung. 

Der charmante Kellner Julio möchte das Verschwinden seiner Schwester aufklären – und tut sich dafür mit Alicia Alarcón, der Tochter des Hotelbesitzers Carlos Alarcón, zusammen. Ihr Ziel: Die Wahrheit ... Retro-Drama, das auf sanfte Weise Crime mit Romantik verbindet.

Zu sehen auf Disney+. Hier geht's direkt zur Serie!

Velvet (2016–2018)

Von den MacherInnen von "Grand Hotel": Wir befinden uns in Spanien der 1950er-Jahre, erzählt wird die Geschichte eines Unternehmersohnes namens Alberto, der heimkehrt, um das Luxus-Modehaus seines Vaters zu übernehmen. Als wäre das nicht schon herausfordernd genug, muss Alberto auch noch darum kämpfen, dass seine große Liebe Ana von der Familie akzeptiert wird. Denn die entspricht als ehemalige Schneiderin nicht dem familiären Standard ...

Ein feinfühliges Romantik-Drama, das hinter die Kulissen der Mode-Welt blickt und dabei auch das Lebensgefühl der spanischen Fifties transportiert

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Èlite (seit 2018)

Das spanische Pendant zu all den US-amerikanischen skandalösen Teen-Serien wie "Gossip Girl""The O.C." oder "Pretty Little Liars" – nur weitaus provokativer, weltoffener und intensiver: Alles begann mit drei SchülerInnen aus dem Arbeitermilieu, die in die Welt der Reichen und Schönen geworfen werden. Am Ende von Staffel 5 (so viele Seasons sind aktuell auf Netflix verfügbar) ist nichts mehr, wie es war, die Welt der ProtagonistInnen wird von Mord, Intrigen, Sex, Obsessionen, Gewalt und auch ein bisschen Sozialkritik bestimmt. 

"Èlite" war die allererste spanische Serie auf Netflix, die ein internationaler Hit wurde – nicht zuletzt aufgrund der freizügig-erotischen Sexszenen und den angesagtesten Jung-Stars Spaniens. Manchmal arg soapig, aber hohes Suchtpotenzial!

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Club de Cuervos (2015–2019)

Spanien kann nicht nur überlebensgroßes Drama, sondern auch pointierte Comedy: Nach dem unerwarteten Tod des Oberhaupts der berühmten Familie Iglesias liefern sich seine ErbInnen einen brutalen Erbschaftskrieg um die Kontrolle über seine geliebte Fußballmannschaft: die Cuervos von Nuevo Toledo. Und auch zwischen den Spielern läuft nicht alles rund ...

"Club de Cuervos" ist ein Komödiendrama mit lustiger, anzüglicher und dramatischer Action auf dem Spielfeld und in den Umkleidekabinen, das viel mehr Beachtung verdient hätte. Hier fliegen Egos, Wutausbrüche, Beleidigungen und Fußbälle, aber auch die Gags und die Situationskomik. Geheimtipp!

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Paquita Salas (seit 2016)

Und es geht humorvoll weiter: Paquita gehörte in den 1990ern zu den erfolgreichsten Geschäftsfrauen des Landes, besaß eine eigene Talentagentur. Nun aber ist ihre beste Zeit vorbei, die Jungen haben ihr den Rang abgelaufen. Als ihre Agentur vor dem Bankrott steht, beschließt sie, alles zu unternehmen, um neue Talente an Land zu ziehen – und muss sich daraufhin mit InfluencerInnen und spröden Kurzfilme herumschlagen. Die erste Erkenntnis: Es ist alles andere als leicht, sich neu zu erfinden ...

Die ursprüngliche Web-Serie "Paquita Salas" ist eine der außergewöhnlichsten Serien, die Spanien je auf den Markt gebracht hat – und das nicht nur aufgrund des Mockumentary-Stils und dem Mut zur irrwitzigen (und typisch spanischen) Situationskomik, sondern auch wegen der unverwechselbaren Protagonistin, die es trotz aller Absurdität schafft, dass man stets mit anstatt über sie lacht. Die Serie ist nicht nur eine Hommage an das Anders-Sein (dargestellt wird Paquita vom Schauspieler Brays Efe), sondern auch eine scharfzüngig-hintergründige Showbiz-Satire.

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Vis a Vis (2015-2019)

"Orange is the new Black"-Fans werden von dieser Serie begeistert sein: "Vis a Vis" spielt nicht nur ebenso in einem Frauengefängnis, sondern ist auch ein Liebesbrief an die Weiblichkeit in all ihrer bunten Vielschichtigkeit. 

Im Mittelpunkt steht auch hier eine junge, recht naive Frau (Macarena Ferreiro) aus der Mittelschicht, die wegen Unternehmensbetrug angeklagt wird und deshalb ihre siebenjährige Haftstrafe in einem Hochsicherheits-Frauengefängnis absitzen muss. Umgeben von hartgesottenen Kriminellen, muss sie ihr Bestes tun, um zu überleben, denn hier gelten ganz andere Regeln als in der Außenwelt – und vor allem jener Welt, die Macarena bisher kannte ... Vibrierend, explosiv und lautstark, aber manchmal regieren auch die leisen Töne.

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High Seas (2019-2020)

Einmal mehr geht es in die Vergangenheit, wir schreiben das Jahrzehnt der 1940er: Der Luxus-Dampfer Bárbara de Braganza ist auf dem Weg von Spanien nach Rio de Janeiro. Alles scheint wunderbar zu sein, bis das Schaff von mysteriösen Todesfällen heimgesucht wird. Die Reisende sind in Aufruhr und schmeißen die Nerven weg – bis auf die beiden Schwestern Eva und Carolina Villanueva, die die Morde aufklären wollen. Dabei enthüllen sie schockierende Familiengeheimnisse ...

"Titanic" meets Agathie Christie: Herrlich altmodisch, opulent ausgestattet und so dramatisch wie fesselnd gleichermaßen. Die augenzwinkernden Zwischentöne sorgen für die nötige Entspannung. Sanft, aber wirkungsvoll – und mit viel nostalgischem Geseufze!

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