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filmkritik
03/21/2017

"Power Rangers": Nachsitzer als Superhelden

Trotz starken Anleihen bei Filmen wie „Green Lantern“ oder „Transformers“ bereichern die Rangers als jüngste Mitglieder die große Superheldenfamilie.

Wer das Filmplakat nur flüchtig gesehen hat könnte glauben, ein neuer „ Iron Man“-Teil startet bald im Kino. In Wahrheit drängen sich die aber die High School-Kids vor und wir bekommen es mit einer neuen Generation von Nachwuchs-Superhelden zu tun. Fünf Teenager, die allesamt Außenseiter, Eigenbrötler und Kleinstadtrebellen sind und einander höchstens oberflächlich vom samstäglichen Nachsitzen kennen, verfügen durch den Kontakt mit einem geheimnisvollen Fossil plötzlich über ungeahnte Kräfte. Bevor sie sich jedoch echte Power Ranger nennen dürfen, muss erst ihr Teamgeist geweckt werden - in diesem Job ist nämlich Zusammenarbeit gefragt und einer muss sich auf den anderen verlassen können. Ihnen bleibt allerdings nicht viel Zeit, sich an die neuen Fähigkeiten zu gewöhnen, denn eine Alien-Frau steht kurz davor, die Erde zu erobern.

Ein buntes Quintett

Einer der Jungs regt einmal an, dass die Fünf gemeinsam eine Band gründen sollten und tatsächlich wirkt dieses Team so, als wäre es eine Teenagergruppe, die von findigen Promotern genau nach Publikumsbedürfnissen entworfen wurde. Das ergibt ein ethnisch bunt gemischtes Quintett: wir haben den All-American-Schönling mit James Dean-Allüren, gefolgt von einem draufgängerischen Jungen mit asiatischem Background, ein Schwarzer, der ein Paradebeispiel für das Asperger-Syndrom bietet, übernimmt die Rolle des genialen Alleswissers, und zwei kämpferische Mädels komplettieren die Nachwuchshelden (von denen das eine womöglich lesbisch ist, wie eine zarte Andeutung vermuten lässt).

Der schwarze Junge heißt übrigens Cranston und tatsächlich spielt auch der berühmte Namensvetter Bryan eine etwas seltsame Rolle: zunächst kaum erkennbar als Alien zurechtgemacht, kommt später bloß sein Kopf auf einem Riesenbildschirm zur Geltung und gibt den künftigen Rangers gute Ratschläge.

Eine exzentrische Gegnerin

Als ihr Gegenspielerin tritt Elizabeth Banks unter dem rockigen Namen Rita Repulsa mit heftigem Make-up in Erscheinung – sie wirkt durch ihrer Vorliebe für grünes Outfit einerseits wie Poison Ivy, andererseits könnte sie die Schwester des Bösewichts aus dem „Doctor Strange“ Film sein, da Mads Mikkelsen dort ebenfalls etwas zu viel Eyeliner aufgetragen hatte. Sie gebietet über eine Armee von Steinmonstern und kann obendrein einen riesigen bösen Goldengel befehligen. Wie es sich für ein Werk dieses Genres gehört, steht eine große Zerstörungsorgie am Ende - bloß muss hier keine wirkliche Metropole daran glauben, sondern es spielt sich alles in etwas kleineren Dimensionen ab: deshalb wird bloß ein verschlafenes Küstenstädtchen in Trümmer gelegt.

Junge Helden

Das neue Team steht deutlich in der Schuld von einigen berühmten Vorgängern, denn dieser Film hat sich bei etlichen bereits etablierten Figuren bedient: die Power Rangers erscheinen als Hybrid zwischen Green Lantern und Iron Man und könnten obendrein die Juniorpartner der Guardians of the Galaxy sein. Sobald die Fünf aber erst mal in ihre Arbeitskleidung geschlüpft sind, werden vor allem die Parallelen zu den „Transformers“ unübersehbar. Immerhin bereichern die Rangers als jüngste Mitglieder die große Superheldenfamilie - und da sie sich nun gerade mal warm gekämpft haben, werden sie bestimmt nicht gleich wieder in der High School verschwinden.

7 von 10 Powerpunkten

franco schedl

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