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Serie
01/23/2020

7 spoilerfreie Trekkie-Facts zum Serienstart von "Star Trek: Picard"

Diese Fragen & Antworten frischen relevantes Trekkie-Wissen auf und ermöglichen den perfekten Einstieg in die neue "Star Trek"-Serie.

von Erwin Schotzger

In "Star Trek: Picard" gibt es ein Wiedersehen mit dem wohl legendärsten Captain der Sci-Fi-Kultserie "Star Trek": Patrick Stewart kehr nach 18 Jahren in seine Rolle als Jean-Luc Picard zurück. Dieser befindet sich in der neuen "Star Trek"-Serie schon seit Jahren im Ruhestand. Doch nach dem unerwarteten Besuch einer höchst ungewöhnlichen jungen Frau begibt er sich noch einmal auf eine letzte Mission.

Die erste Staffel von "Star Trek: Picard" (eine zweite Staffel ist bereits bestätigt) startet am kommenden Freitag bei Amazon Prime in englischer und deutscher Sprache. Die weiteren Episoden folgen dann wöchentlich, ebenso wie unsere Episoden-Reviews an dieser Stelle.

 

7 Fragen & Antworten für den perfekten Einstieg in "Star Trek: Picard"

Vor dem Serienstart ist es nützlich, altes Trekkie-Wissen aufzufrischen. Immerhin war Jean-Luc Picard zuletzt in "Star Trek: Nemesis" (2002) zu sehen. Der Film spielt zur Sternzeit 2379, die Handlung der Serie beginnt 2399. Es ist zwar inkonsistent, aber durchaus üblich davon auszugehen, dass die Sternzeit im Wesentlichen den irdischen Jahreszahlen entspricht. Daher sind seit den Ereignissen von "Nemesis" zwanzig Jahre vergangen.

In dieser Zeit hat sich in der Föderation einiges verändert. Doch das wollen wir hier nicht spoilern. Aber natürlich gibt es in "Star Trek: Picard" auch einige Bezüge auf Ereignisse und vor allem Personen in bisherigen Serien und Filmen. Die folgenden Fragen & Antworten sind weitgehend spoilerfrei! Es werden lediglich Informationen erwähnt, die zum Kanon von "Star Trek" zählen oder (in den letzten beiden Absätzen) Informationen geboten, die schon vor der neuen Serie veröffentlicht wurden.

 

1. Was verbindet Jean-Luc Picard mit dem Androiden Data?

Jean-Luc Picard kennen Trekkies aus den sieben Staffeln von "Star Trek: The Next Generation" (1987 bis 1994) und den vier Kinofilmen "Treffen der Generationen" (1994), "Der erste Kontakt" (1996), "Der Aufstand" (1998) und "Nemesis" (2002). Davon abgesehen hatte er auch einige wenige Cameo-Auftritte in anderen "Star Trek"-Serien, unter anderem (als Standbild) in der erst kürzlich veröffentlichten "Short Treks"-Episode "Children of Mars". Diese kann als Teaser der neuen Serie betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht ein bisher unbekanntes Ereignis im "Star Trek"-Kanon, das für die Handlung von "Star Trek: Picard" entscheidend ist. Aber auch dieses Ereignis wollen wir hier (noch) nicht spoilern. Mehr dazu weiter unten.

Wichtig für den perfekten Einstieg in die neue Serie ist, sich an die enge Beziehung zwischen Picard und dem Androiden Data (Brent Spiner) zu erinnern: Picard war nicht nur der Captain von Lt. Commander Data auf der USS Enterprise, sondern auch sein Mentor und Freund. Er hat den Androiden bei der Durchsetzung seiner Rechte als künstliche Person ("Wem gehört Data?", Staffel 2, Episode 9, "Datas Nachkomme", Staffel 3, Episode 16 – zu sehen bei Netflix) ebenso unterstützt wie bei der Entwicklung seiner emotionalen Fähigkeiten ("Star Trek: Das Treffen der Generationen"). Und schließlich hat sich Data in "Star Trek: Nemesis" für Picard und die Crew der USS Enterprise geopfert.

 

2. Was wurde aus Data?

Data ist in "Star Trek: Nemesis" gestorben, was in diesem Fall heißt, dass sein synthetischer Körper und vor allem sein einzigartiges positronisches Gehirn in einer gigantischen Explosion vernichtet wurde. Allerdings hatte Data zuvor seine Persönlichkeitsdaten und Erinnerungen auf den Androiden B-4 übertragen. B-4 (Achtung Wortspiel: ausgesprochen wie das englische Wort "before") ist der erste Prototyp von Data, der von Data-Schöpfer Dr. Noonien Soong gebaut wurde. B-4 ist also noch ein älteres Modell als Lore, der böse Zwilling von Data. Da sein künstliches Gehirn aber nicht so fortgeschritten ist, wie das positronische Gehirn von Data, besitzt B-4 zwar seine Erinnerungen, kann aber seine Persönlichkeit nicht entfalten. Der ursprüngliche Data, der wie kein anderer Android zuvor Aspekte von Menschlichkeit entwickelt hat, ist also tatsächlich tot.

Was mit B-4 passiert ist, erfahren wir in "Star Trek: Picard" ganz nebenbei auch.

 

3. Wer ist Bruce Maddox und was hat er mit Data zu tun?

Bruce Maddox war einer der führenden Kybernetiker der Föderation und gehörte dem Daystrom-Institut an, einer renommierten Forschungseinrichtung für Computerwissenschaften auf dem Planeten Galor IV. Er hat sich der Weiterführung der Arbeit von Data-Schöpfer Noonien Soong verschrieben. Dabei war sein Umgang mit Data nicht gerade zimperlich. In der bereits erwähnten Episode "Wem gehört Data?" wollte Maddox ihn im Daystrom-Institut zum Zwecke des "Reverse Engineering" in seine Einzelteile zerlegen, um hinter das Geheimnis von Dr. Soong zu kommen. Picard kann dies in einer Verhandlung über die Persönlichkeitsrechte von Data jedoch im letzten Moment verhindern. Maddox musste seine Arbeit ohne Data fortsetzen. Dieser bot ihm aber bei Bedarf seine Hilfe an. In der Episode "Datas Tag" (Staffel 4, Episode 11) verfasste Data für Maddox einen ausführlichen Bericht über seine Aktivitäten an diesem Tag. Trotz dieser Unterstützung hat es Maddox nie geschafft, einen so hochentwickelten Androiden wie Data zu entwickeln oder die Arbeit von Soong zu reproduzieren.

 

4. Was ist mit den Romulanern passiert und was ist der Tal Shiar?

Das Romulanische Imperium ist seit der Zerstörung der Heimatwelt Romulus durch eine Supernova im nahen Hobus-System schwer angeschlagen. Zu sehen war diese Supernova im "Star Trek"-Reboot von 2009. Sie ist der Auslöser für die Zeitreise des Romulaners Nemo, der dadurch die neue "Kelvin"-Zeitlinie erschafft, in der die neuen "Star Trek"-Filme seither spielen.

In der ursprünglichen Zeitlinie, in der auch "Star Trek: Picard" spielt, wurde Romulus zerstört. Durch die Supernova wurden die Romulaner zwar sehr geschwächt, aber nicht vernichtet. Die Föderation unterstützte die Romulaner sogar bei der Evakuierung bedrohter Planeten.

Der Tal Shiar war der gefürchtete Geheimdienst des Romulanischen Imperiums, der vor allem durch verdeckte Operationen und Spionage die Sicherheit des Reiches gewährleistete. In "Star Trek: Picard" gibt es – so viel sei verraten – Hinweise darauf, dass diese Geheimorganisation zumindest teilweise noch existiert.

 

5. Was ist mit dem Borg-Kollektiv passiert?

Das Borg-Kollektiv wurde bereits vor der Zerstörung der Borg-Königin am Ende der Serie "Star Trek: Voyager" (1995 bis 2001) durch Aufstände im Zuge der Entwicklung von Individualität schwer erschüttert. Die Borg-Drohne, die in der Episode "Ich bin Hugh" (Original: I Borg; Staffel 5, Episode 23), erstmals Indiviualität entwickelt hat, ist übrigens in der neuen Serie auch dabei. Hugh wird auch wieder von Jonathan Del Arco gespielt. Wenn das Borg-Kollektiv durch den Tod der Königin nicht endgültig zerstört wurde, ist es zumindest schwer angeschlagen und stark dezimiert. Mit Sicherheit kann man nicht von der Zerstörung der Borg ausgehen, aber jedenfalls stellen die Borg für die Föderation keine große Gefahr mehr dar.

 

SPOILER-WARNUNG: Die folgenden Absätze enthalten geringfügige Spoiler für "Star Trek: Picard" und wesentliche Spoiler für die genannte Episode von "Star Trek: Short Treks"!

 

6. Wer ist Raffi Musiker und was hat sie mit Picard zu tun?

Lt. Commander Raffi Musiker war die erste Offizierin von Admiral Jean-Luc Picard an Bord der USS Verity. Auf offizielle Anfrage der Romulaner half die USS Verity zur Sternzeit 2385 unter dem Kommando von Picard (d.h. 14 Jahre vor den Ereignissen in der neuen Serie) bei der Evakuierung von 10.000 Kolonisten auf dem Planeten Yuyat Beta, der von der Hobus-Supernova bedroht wurde. Diese Geschichte wurde im Vorjahr als dreiteilige Comic-Serie mit dem Titel "Star Trek Picard: Countdown" bei IDW Publishing veröffentlicht (bisher nur als englischsprachiges US-Original erhältlich), war aber zuvor nicht Teil des offiziellen "Star Trek"-Kanons. In diesem Comic wird auch erwähnt, dass die Föderation in der Sternenflotten-Werft Utopia Planitia auf dem Mars Raumschiffe baut, um damit die Evakuierung der Romulaner zu unterstützen.

 

7. Was ist vor 14 Jahren auf dem Mars passiert?

Diese Frage kann nicht mehr ganz  spoilerfrei beantwortet werden. Allerdings halten wir auch hier Spoiler für "Star Trek: Picard" möglichst gering. Allerdings spoilern wir den Schluss der Episode "Children of Mars" der zweiten Staffel von "Star Trek: Short Treks". Daher noch einmal: SPOILER-ALARM!

Die achtminütige Episode der Kurzfilmserie "Star Trek: Short Treks" (die sechste Episode der zweiten Staffel, insgesamt Episode 10) wurde am 9. Januar 2020 veröffentlicht. Die Handlung spielt im Jahr 2385, also ebenfalls 14 Jahre vor "Star Trek: Picard". Im Mittelpunkt stehen zwei zwölfjährige Schülerinnen Lil (Sadie Munroe) und Kima (Ilamaria Ebrahim) in San Francisco. Beide haben Elternteile, die in der Sternenflotten-Werft Utopia Planitia auf dem Mars arbeiten.

Am Ende der Episode findet ein Angriff auf den Mars statt. Die Angreifer sind sogenannte "Rogue Synths", also böse oder abtrünnigen Androiden. In einer Nachrichtenübertragung bezeichnet Admiral Picard, damals offenbar noch im Dienst der Sternenflotte, die Attacke als "verheerend". Es wird mit 3.000 Todesopfern gerechnet.

Diese Attacke – so viel kann verraten werden – hat mit dem Ausscheiden von Jean-Luc Picard aus der Sternenflotte und seinem Rückzug auf sein Weingut auf der Erde zu tun, wo wir ihn in zu Beginn von "Star Trek: Picard" antreffen.

 

Die zehn Episoden von "Star Trek: Picard" sind ab 24. Januar 2020 wöchentlich bei Amazon Prime zu sehen.