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Filmkritik
10/08/2019

"Dora und die goldene Stadt": Indiana Jones in Kinderschuhen

Die Zeichtrickfigur Dora kommt in die Pubertät und setzt ihre Erkundungen im Kino fort.

von Oezguer Anil

Dora (Isabela Moner) verbringt ihre ganze Kindheit im peruanischen Dschungel mit ihren Eltern, die dort nach der verschollenen Inka-Stadt Parapata forschen. Als Dora sechzehn wird, schicken sie ihre Eltern nach Los Angeles auf eine High School. Raus aus dem Dschungel, mit seinen nie enden wollenden Abenteuern und rein in das Teenager-Leben in der Großstadt. Das aufgeweckte Mädchen trauert ihrem Affen Boots nach, den sie zurücklassen muss und macht sich mit ihrer kindlichen Art zum Gespött der ganzen Schule. Auch ihr Cousin Diego (Jeff Wahlberg), der bereits mit sechs Jahren aus dem Dschungel in die Stadt zog, bietet ihr durch seinen Wunsch ebenfalls dazugehören zu wollen, keinen Rückhalt.

Dschungelabenteuer

Bei einer Klassenfahrt entführen Diebe Dora, Diego und zwei ihrer Schulkollegen in den Urwald, wo sie die enthusiastische Entdeckerin dazu zwingen wollen, ihnen den Weg in die goldene Stadt Parapata zu zeigen. In einem rasanten Dschungelabenteuer lernt Dora, mit ihren Freunden zusammen zu arbeiten, und die Wunder der Natur zu schätzen.

Coming-of-Age-Abenteuer

Der Abenteuerfilm beruht auf der US-amerikanischen Zeichentrickserie „Dora the Explorer“. Die von Nickelodeon produzierte Kindersendung bringt seit 20 Jahren Kindern pädagogisch wertvolle Inhalte spielerisch näher. „Dora und die goldene Stadt“ ist die erste Realverfilmung der beliebten Serie, zielt aber durch die jugendlichen Charaktere auf ein älteres Publikum ab als die Vorlage.

Neue Gesichter

Trotz eines Budgets von knapp 50 Millionen US-Dollar verzichteten die Macher im Hauptcast auf große Stars sondern entschieden sich für junge Latino-Darsteller, die allesamt eine solide Leistung darbieten. Mit Michael Pena und Eva Longoria in den Nebenrollen finden sich dazu mindestens zwei Gesichter, die einem bekannt vorkommen dürften. Die animierten Tiere werden von Benicio del Toro ("Sicario") und Danny Trejo ("Machete") gesprochen. Weltweit konnte der Film bereits knapp über 100 Millionen Dollar einspielen.

Kinderfilm

Da die Kinderserie in Europa nicht auf sonderlich großes Interesse gestoßen ist, dürfte für viele Zuseher Dora und ihre Welt fremd sein. Immer wieder werden Anspielungen auf die Vorlage gemacht und in einem Drogentrip reisen die Charaktere sogar in eine Zeichentrickwelt. Die Handlung erinnert sehr stark an eine abgeschwächte Form von Indiana Jones, weshalb ein älteres Publikum nicht wirklich begeistert sein dürfte.

Gesangseinlagen

Bizarre Szenen, in denen ein Lied über die Verrichtung der Notdurft im Dschungel gesungen werden und Furzgeräusche zur Belustigung der erschöpften Teenager herhalten müssen, machen „Dora und die goldene Stadt“ für erwachsene Zuseher zu einem seltsamen Kinoerlebnis. Kinder und Fans der Serie dürften bei den Dschungelrätseln jedoch ihren Spaß haben.